Das neue Fill-In klappt nicht. Es muss an meiner Handtechnik liegen. Oder?
Das neue Fill-In klappt nicht. Es muss an meiner Handtechnik liegen. Oder?
Gerade wenn es um neue Fill-Ins geht, wird viel darüber spekuliert, warum sie nicht funktionieren.
Oft ist es nämlich so, dass das neue Fill-In für sich allein gut klappt. Vielleicht sogar schon zusammen mit einem Rhythmus davor.
Doch warum klappt es dann plötzlich mit Musik nicht?
Warum kannst du es nicht flexibel in dein Spiel integrieren?
Die Antwort, die ich von Schlagzeugern am häufigsten höre, lautet:
- „Meine Handtechnik ist zu langsam.“
- „Meine Handtechnik ist zu schlecht.“
- „Es liegt an der Geschwindigkeit. Ich muss meine Handtechnik trainieren.“
Um es kurz zu machen: Nein. In 90 % der Fälle liegt es nicht an deiner Handtechnik.
Der erste Gedanke geht natürlich in diese Richtung. Das ist völlig nachvollziehbar und wirkt zunächst auch wie die logische Schlussfolgerung.
Doch dieser Gedanke greift zu kurz.
Wenn du das Fill-In zusammen mit einem Rhythmus davor bereits in der gewünschten Geschwindigkeit spielen kannst, also ohne Musik, dann schaffst du die Geschwindigkeit grundsätzlich.
Das eigentliche Problem ist, dass du es nicht zur Musik spielen oder frei in dein Spiel einbauen kannst.
Warum sollte das dann ein Problem der Handtechnik sein?
Der Grund ist folgender:
Dein Gehirn spielt dieses Fill-In bereits allein und isoliert mit einer sehr hohen Auslastung. Ein großer Teil deiner mentalen Rechenleistung ist also schon gebunden.
Kommt jetzt noch die Musik dazu, steigt die Belastung weiter an. Du musst gleichzeitig das Timing halten, die Songstruktur verfolgen, auf andere Musiker hören und unter Druck die richtige Entscheidung treffen.
Beispiel:
Fill-In + Rhythmus (allein und isoliert):
➡️ ca. 80–90 % mentale Auslastung
→ spielbar, aber bereits an der Grenze.
Fill-In + Rhythmus + Musik:
➡️ Fill-In: 80–90 %
➡️ Musik (Timing, Songstruktur, Zuhören, Druck): 20–30 %
= 100–120 % Auslastung.
Du spielst also an oder sogar über deinem Limit.
Eine bessere Handtechnik wird dieses Problem allein nicht lösen. Im Gegenteil: Wenn du währenddessen zusätzlich bewusst an deine Technik denkst, kommt noch eine weitere Aufgabe hinzu. Das Ergebnis ist oft ein mentaler Overload und plötzlich bricht alles zusammen.
Was stattdessen hilft:
Stärke dein Nervensystem und erhöhe deine mentale Verarbeitungskapazität.
Dann spielst du nicht mehr dauerhaft bei 80–90 % Auslastung, sondern vielleicht nur noch bei 40–60 %.
Genau das sorgt für dieses Gefühl von Leichtigkeit, Kontrolle und Sicherheit.
Wie du das mit der Split Flow Methode trainierst und welche Übungen dafür am besten funktionieren, zeige ich dir am 08.07.2026 im nächsten Open Drum Coaching.
👉 Den Link findest du in den Kommentaren.